Veranstaltungen 2012

Fortbildungstag Deutsch 2012
Fremdsprache, Zweitsprache, Herkunftssprache

17. November 2012,  Humanwissenschaftliche Fakultät der Kölner Universität

Zum dritten Mal fand 2012 der Fortbildungstag Deutsch statt – wie bereits zwei Jahre zuvor an der Universität zu Köln. Zur Zielgruppe des Weiterbildungsangebotes gehörten alle Lehrkräfte, die an der Förderung des Deutschen beteiligt sind – und zwar bildungsübergreifend. Der Fortbildungstag Deutsch stellt somit eine bundesweit einzigartige Zielgruppenansprache dar. Organisiert wurde die Fortbildung in Kooperation mit den Universitäten Köln und Bonn, der Stadt Köln (VHS und RAA), der VHS Bonn sowie dem ZMI – Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration. Insgesamt nahmen 360 Teilnehmenden am Fortbildungstag Deutsch 2012 teil.

Auch in diesem Jahr konnten die Teilnehmenden zwei Plenarvortragende hören: Zum einen den Journalisten, Publizisten und Autoren Mark Terkessidis zum Thema „Vielfalt und Recht und Freiheit: Das Programm Interkultur und die Gemeinschaft der Zukunft“. Im zweiten Vortrag erläuterte Meral Cerci von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf die „Lebenswelten von Menschen mit Migrationshintergrund: Das Sinus-Milieumodell“. Zwischen den Vorträgen hatten die Lehrkräfte die Wahl aus einem vielfältigen Workshop-Angebot zu wählen und dort zahlreiche Aspekte rund um das Thema Sprachförderung zu vertiefen.

Darüber hinaus präsentierten sich zahlreiche Verlage mit ihren Lehrwerken aus dem Bereich Deutsch als Zweit- und Fremdsprache sowie Kulturmittlerorganisationen, wie das Goethe Institut, die Deutsche Welle, der Pädagogische Austauschdienst, die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen oder das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit ihren Konzepte, Publikationen oder Projekten.

 

Mehrsprachigkeit im Gespräch

25. Oktober 2012, Historisches Rathaus

Unter der Formel „Wissenschaft trifft Praxis trifft Politik“ veranstaltete das ZMI in Kooperation mit dem Integrationsrat sowie dem Interkulturellen Referat der Stadt Köln zum zweiten Mal das interdisziplinäre Treffen „Mehrsprachigkeit im Gespräch“.  100 Expertinnen und Experten aus allen Bildungsbereich waren bei der Veranstaltung anwesend und diskutierten im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis, aber auch Landes- und Stadtverwaltung sowie Bezirksregierung zu folgenden Fragen: Welchen Einfluss haben wissenschaftliche Ergebnisse zur sprachlichen Bildung auf die Praxis von Bildungseinrichtungen? Was tut die Politik, um eine effektive Umsetzung solcher Erkenntnisse voranzutreiben? Wie kann Mehrsprachigkeit in einer internationalen Stadt wie Köln zur Selbstverständlichkeit werden?

Neben Grußworten von Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes und dem Vorsitzenden des Integrationsrates Tayfun Keltek, erwartete die teilnehmenden Expertinnen und Experten ein Wissenschaftsgespräch zwischen der empirischen Bildungsforscherin Prof. em. Dr. Ursula Boos-Nüning und dem Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek. Mögliche Konsequenzen neuerer Forschungsergebnisse auf die Politik waren Schwerpunkte des anschließenden Impulsvortrags von Anton Rütten, dem Leiter der Abteilung Integration im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW.  Einen detaillierten Einblick in die Praxis von Bildungseinrichtungen lieferte eine Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Schulformen. Ergänzt und abgerundet wurde die Veranstaltung von einer Diskussionsrunde mit Anton Rütter, Hartmut Müller (Bezirksregierung Köln) sowie Dr. Agnes Klein (Stadt Köln) sowie des Auftrittes von Kabarettist und Karikaturist Mussin Omurca.

 

Projektetreffen 2012

Mittwoch, 26. September 2012, Bezirksrathaus Mülheim

Wie bereits in den vorangegangenen Jahren fand auch im Jahr 2012 am Europäischen Tag der Sprachen ein Austausch von Wissen, Ideen und Erfahrungen zwischen den unter dem Dach des ZMI versammelten Institutionen, Konzepten und Initiativen statt.

Geladen war Professor Dr. Hans-Joachim Motsch von der Universität zu Köln, der die Effektivität der „Language Route“ als alltagsintegrierte Methode zur Förderung der deutschen Sprache in Kölner Kindertageseinrichtungen untersucht hat. Außerdem begrüßte das ZMI Professor Dr. Hans H. Reich von der Universität Koblenz-Landau, der die Effekte des KOALA-Konzeptes (zur Koordinierten zweisprachigen Alphabetisierung in Anfangsunterricht) an Kölner Grundschulen evaluiert hat.

Nach der Vorstellung der jeweiligen Forschungsergebnisse gab es die Möglichkeit für Nachfragen, Anregungen und Diskussion für die Kooperationspartnerinnen und –partner des ZMI. Das Projektetreffen endete mit einem informellen Gedankenaustausch zwischen allen Anwesenden.

 

Fachtagung „Mehrsprachig – natürlich!“

Spracheninklusion im und für den Unterricht
25. September 2012

Unter dem Titel „Mehrsprachig – natürlich!“ veranstaltete das ZMI für mehr als 260 Fachleute aus ganz Deutschland eine Fachtagung, in deren Rahmen Antworten auf die Frage diskutiert wurden, wie zur bestmöglichen sprachlichen Bildung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund mit deren Herkunftssprachen umgegangen werden sollte.

In allen Bildungsbereichen ist die heterogene mehrsprachige Lerngruppe der Normalfall. In Köln haben – wie in den meisten deutschen Großstädten – mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen einen Migrationshintergrund. Lange schon ist es für Lehrerinnen und Lehrer in ganz Deutschland deshalb nichts Besonderes, Lernprozesse für Schülerinnen und Schüler zu gestalten, die in und mit vielen, verschiedenen Sprachen aufwachsen. Durch die aktive, offensive Einbeziehung der Herkunftssprache(n) in das Unterrichtsgeschehen ergeben sich für das Sprachenlernen – für die Förderung der deutschen Sprache wie auch für die Erziehung zur Mehrsprachigkeit – tragfähige Möglichkeiten. Wie aber kann dieses Potenzial im schulischen Kontext sinnvoll genutzt werden, um den Zweitspracherwerb und die Mehrsprachigkeit von Kindern und Jugendlichen bestmöglich zu unterstützen?

Insbesondere diese Frage beantwortete Prof. Dr. Rosemarie Tracy von Universität Mannheim zum Start in den Tag eindrucksvoll – mit vielen prägnanten, anschaulichen Beispielen. Im Mittelpunkt der Tagung stand anschließend die wissenschaftliche Untersuchung der Effekte des KOALA- Konzeptes, die zunächst vorgestellt und deren Ergebnisse danach erstmals in der Fachöffentlichkeit zur Diskussion gestellt wurden: Prof. Dr. Hans H. Reich von der Universität Koblenz-Landau hat im Auftrag der Bezirksregierung Köln Schülerinnen und Schüler an Kölner Grundschulen, bei denen nach dem KOALA-Prinzip gearbeitet wird, während ihrer ersten vier Schuljahre wissenschaftlich begleitet; im Zentrum seiner im Rahmen von FörMig begonnenen und durch das ZMI- Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration weitergeführten Forschungen standen schriftsprachliche Fähigkeiten deutsch-türkischer Grundschülerinnen und Grundschüler in Köln im Zentrum. Hierbei kommt Prof. Reich zu dem Schluss: „Insgesamt schneidet das KOALA-Modell bei der Entwicklung der schriftsprachlichen Fähigkeiten in beiden Sprachen am besten ab, gegründet vor allem auf die besseren Ergebnisse bei der Textproduktion.“

Diese Ergebnisse wurden am Nachmittag im kollegialen Fachgespräch von den Teilnehmenden an der Tagung ausführlich diskutiert, dabei wurden auch die möglichen didaktischen Konsequenzen besprochen, die sich aus diesen Forschungsbefunden ergeben.

 

DemeK-Netzwerktagung

05. Mai 2012

Zum Austausch über ihre DemeK-Arbeit trafen sich ca. 50 Kolleginnen und Kollegen im Mai 2012. Zum alljährlichen Treffen bot in diesem Jahr Frau Dr. Lotte Weinrich einen Workshop zum Thema Generatives Schreiben unter dem Titel  „Zusammenspiel von Zeicheninhalt und Zeichenkörper in der sprachlich-literarischen Bildung“ an. Ausgangspunkt stellte die Beobachtung dar, Kinder könnten sich Spezialwissen äußerst schnell aneignen, wenn sie am Inhalt interessiert seien. Oftmals bleibe bei ihnen aber nichts im Gedächtnis, obwohl sprachlichen Lernziele klar formuliert und der Unterricht gut vorbereitet war. Darauf aufbauend diskutierten die Teilnehmenden unter welche Bedingungen sich das sprachlich-literarische Lernen als besonders gedächtniswirksam erweisen kann.

 

 

Sprachfest 2012

(Mit-)Sprache im Gespräch
25. Januar 2012, 15:00 bis 18:00 Uhr im Historischen Rathaus Köln

Im Rahmen des Sprachfestes 2012 erwartete die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm: Projekte zum Mitmachen, Konzepte zum Ausprobieren – auf einem interaktiven Markt der Möglichkeiten animierten 13 Mitmach-Stationen die Besucher des Sprachfestes zum Ausprobieren. Im Atrium des Historischen Rathauses wurde Projektarbeit zur Sprachlichen Bildung aus allen Bildungsbereichen erlebbar.

Oberbürgermeister Jürgen Roters begrüßte im Anschluss auf der Piazzetta des Historischen Rathauses die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, die sich in Köln für die Themen Mehrsprachigkeit und Integration engagieren. Im Verlauf des Programmes stellte sich Zülfiye Kaykın – Staatssekretärin beim Minister für Arbeit, Integration und Soziales – im Gespräch den Fragen und Anmerkungen der Teilnehmenden zum Teilhabe- und Integrationsgesetzes des Landes NRW. Drei jugendliche START-Stipendiaten aus Köln präsentierten hierbei die interessantesten Anmerkungen und Fragen an Frau Staatssekretärin Kaykın zur Integrations- und Bildungspolitik in Nordrhein-Westfalen, die in den zuvor vergangenen Wochen über das Internet eingereicht wurden.

Ein Lesekonzert von Kölner Schülerinnen und Schüler mit selbstverfassten Texte in vielen Sprachen rundete das Programm des Sprachfestes ab.

 

Fortbildungsreihe „Mehrsprachige und interkulturelle Medien im Klassenzimmer“ des Verbundes Kölner Europäischer Grundschulen

Das ZMI – Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration organisierte in Kooperation mit dem Aktionsfeld Familienbildung von „Lernen vor Ort“ für die Schulen im Verbund Kölner Europäischer Grundschulen im Schuljahr 2011/ 2012 eine Fortbildungsreihe, um einen qualifizierten Einsatz von interkulturellen und mehrsprachigen Medien und Materialien im Schulalltag zu unterstützen.

Die Fortbildungsreihe wurde vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. durchgeführt. Die 28 Lehrkräfte, die bereits ihre Erfahrungen an Schulen mit mehrsprachigen Konzepten gesammelt hatten, lernten Methoden und Materialien kennen, die eine Erweiterung ihrer Kompetenzen hinsichtlich des Einsatzes interkultureller und mehrsprachiger Materialien auf Grundlage des Ansatzes vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung anboten. Jede Schule erhielt ergänzend zur Fortbildung ein umfangreiches Praxisset mit Büchern, Spielen, Materialien zur Raumdekoration, DVDs und CDs für den Schulalltag, um jedem Kind die Chance zu geben, sich in der eigenen Klasse oder Schule mit seiner Kultur als Reichtum zu erleben.

Im Sommer 2012 endete die Fortbildung im Rahmen einer feierlichen Abschlusspräsentation. Bei dieser Veranstaltung zeigten die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer zahlreiche Beispiele des Medieneinsatzes im Unterricht, die thematisch von der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung mit dem „Anti-Bias-Ansatz“ bis zur interkulturellen Arbeit mit den Eltern reichten.


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