Veranstaltungen 2015

„Verbund Kölner europäischer Grundschulen: Ein starkes Stück Europa!“

18. November 2015, 14:30 – 17:00 Uhr

Sechs Jahre nach dem Aufruf des Oberbürgermeisters zur Gründung des Verbundes Kölner europäischer Grundschulen lud der Verbund ein, um mit interessierten Gästen über Ziele und Umsetzung einer mehrsprachigen Schulentwicklung zu diskutieren. Im  Rahmen der ersten Bildungsveranstaltung des Verbundes mit dem Titel „Verbund Kölner europäischer Grundschulen: Ein starkes Stück Europa!“ an der gastgebenden Katholischen Grundschule Vincenz-Statz erhielten die teilnehmenden Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere Interessierte einen Einblick in den Schulalltag und Unterricht an den 13 mehrsprachigen Verbundschulen. In einem „Spaziergang durch das europäische Köln“ präsentierte sich jede der Schulen mit ihren mehrsprachigen Konzepten, individuellen Unterrichtsentwürfen, Materialien und Projekten. Für die Kolleginnen und Kollegen der einzelnen Verbundschulen sowie anderen Grundschulen wurde somit ein offener Rahmen für Austausch und Kontakt geschaffen, von dem alle profitierten.

Im Anschluss begrüßte Bürgermeister Andreas Wolter die knapp 120 Teilnehmenden mit einer wertschätzenden Rede. Es folgte ein Vortrag von Kristina Cunningham von der Europäischen Kommission über einen Bericht, den die Kommission zum Thema mehrsprachige Klassenzimmer in Europa erstellt hat. Frau Cunningham betonte die politischen und administrativen Handlungsempfehlungen der Kommission, welche zu einer Steigerung des Potenzials mehrsprachiger Kinder führen. Ein weiterer Gast aus Europa informierte das Publikum über Erfahrungen aus der Schweiz: Der Leiter des QUIMS-Programms (Qualität in mehrsprachigen Schulen) in der Bildungsdirektion Zürich, Markus Truniger, sprach von Unterschieden und Gemeinsamkeiten in Bezug auf Mehrsprachigkeit an Züricher und Kölner Schulen. Einen spannenden Schluss der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion mit der Bildungsdezernentin Frau Dr. Agnes Klein und dem Vorsitzenden des Ausschusses Schule und Weiterbildung, Dr. Helge Schlieben sowie der Schulleiterin der KGS Vincenz-Statz, Karin Leusner.

Die Bildungsveranstaltung war der Auftakt einer geplanten jährlichen Veranstaltungsreihe des Verbundes Kölner Europäischer Grundschulen.

Fortbildungstag Deutsch 2015

07.11.2015 von 08:30 bis 16.15 Uhr

Universität Bonn

Der sechste „Fortbildungstag Deutsch – Deutsch als Fremdsprache, Zweitsprache, Herkunftssprache“ fand am Samstag, 07. November 2015 an der Universität Bonn statt. Der „Fortbildungstag Deutsch“ richtet sich an alle, die im Bildungssystem die deutsche Sprache fördern – von ErzieherInnen im Elementarbereich über Lehrkräfte aller Schulformen und der Hochschulen bis hin zu Kursleitenden der Erwachsenenbildung.

Neben einem vielfältigen Workshopangebot am Vor- und Nachmittag, erwartete die Teilnehmenden der Vortrag  von Prof. Dr. Ursula Neumann (Universität Hamburg) zum Thema „Bildung in der Einwanderungsgesellschaft – Folgen von Flucht und Asyl für die Bildungsinstitutionen“. Außerdem fand eine alljährliche Ausstellung von Fachverlagen sowie aktuellen Angeboten von Kultureinrichtungen statt.

Lebendiges Romanes in Köln – in Kindertagesstätten, Schulen und LehrerInnenbildung

Fachtagung am 26.10.2015, 9:30 – 16:30 Uhr

ZMI- Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration in Kooperation mit dem Rom e.V.

In Köln leben zahlreiche Roma und Sinti, viele von ihnen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Kölner Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen besuchen. Die öffentliche Wahrnehmung der Rom-Völker ist meist von negativen oder kitschig-romantisierenden Diskursen bestimmt, die wiederum durch jahrhundertealte, oft angstbesetzte Bilder und von grobem Unwissen geprägt sind.Dieses betrifft auch die Sprache der Minderheit, in der das Wissen der Roma aufbewahrt wird.

Was charakterisiert die Sprache Romanes? Welche Wertschätzung erfahren Romanes und seine Sprecher*innen gegenwärtig in Köln? Welche Ressourcen stehen für die Förderung der Sprache zur Verfügung und wo gibt es Handlungsbedarf? Welche Rolle spielen hierbei Kindertagesstätten, Schulen, Politik und Ver­waltung sowie Wissenschaft?

Mit diesen Fragen hat sich die gemeinsame Fachtagung des ZMI mit dem Rom e.V. am 26.10.2015 auseinandergesetzt. Eröffnet wurde die Tagung mit einer Szene aus dem Theaterstück „Rukeli“ des TKO Köln (Regie: Nada Kokotović). Die Schauspieler Arno Kempf und Nedjo Osman rissen die Teilnehmenden mit spannenden Theater-,Tanz- und Kampfeinlagen rund um das Leben des Boxers und Sinto Johann Trollmann in den Bann. Anschließend begrüßten Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek und Kurt Holl seitens der Veranstalter und wiesen auf die Wichtigkeit der Veranstaltung sowie ihre Zielsetzung hin.

Der Romanes-Forscher Marcel Courthiade (INALCO Paris) informierte das Publikum mit seinem Vortrag „Romanes: Von den Dialekten zur Hochsprache – von der mündlichen Überlieferung zur Literaturproduktion“ über die Besonderheiten des Romanes. Es folgte eine intensive Podiumsdiskussion mit Gästen aus Köln und Hamburg zu den unterschiedlichen Förderungsmöglichkeiten des Romanes in Kölner Bildungseinrichtungen. Aktiv wurden die Teilnehmenden in fünf thematischen Workshops rund um die Themen Romanes-Literatur im Unterricht, Herkunftssprachlicher Unterricht, Elternkooperation sowie Romanes in Kindertagesstätten und an Universitäten. Die Workshops eröffneten die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs mit anderen Praktikerinnen und Praktikern. Den Schluß der Tagung bildete eine Lesung des Schriftstellers Ruzdija Sejdović, der seine Gedichte in beiden Sprachen vortrug und die Teilnehmenden mit dem Klang des lyrischen Romanes nach einem spannenden und informativen Tag nach Hause entließ.

Eine Dokumentation der Tagung soll Ende 2015 in der ZMI-Schriftenreihe „Eindrücke“ erscheinen.

Mehrsprachigkeit im Gespräch – 2015

‚Mehrsprachigkeit in der Elementarerziehung‘

Die jährliche Veranstaltung des Integrationsrates für die Stadt Köln in Kooperation mit dem ZMI fand am  11. Juni 2015 von 16:00 bis 18:30 h in der Piazzetta des Historischen Rathauses statt.

Wissenschaft trifft Praxis trifft Politik – das ist die Formel für die Veranstaltungsreihe „Mehrsprachigkeit im Gespräch“. In diesem Jahr beschäftigten sich Podium wie Publikum mit folgenden Fragen:
Welchen Einfluss haben die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Bilingualität auf die Bil- dungspraxis in Kindertagesstätten? Welches Potential steckt in den Kölner Tageseinrich- tungen und wie können die Ergebnisse der Studie „MehrKita“ in der Kölner Bildungsland- schaft von Politik und Verwaltung genutzt werden?

Nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Hans-Werner Bartsch, Stadt Köln vertrat Manfred Höhne die Regierungspräsidentin Gisela Walsken in einer Rede zum Thema „Sprachbildung ist Menschenrecht“. Daraufhin präsentierte Prof. Dr. Claudia Riehl von der Ludwig-Maximilians-Universität München wissenschaftliche Erkenntnisse zur Mehrsprachigkeit im Kleinkindalter. Ergebnisse für den Bildungsraum Köln wurden im Anschluss von Prof. Dr. Hans-Joachim Roth vorgestellt, welcher mit dem Arbeitsbereich der Interkulturellen Bildungsforschung der Universität zu Köln eine Umfrage an Kölner Kindertagesstätten zu bestehenden sprachlichen Fähigkeiten pädagogischer Fachkräfte durchführte. Dies bot Gelegenheit sich im darauf folgenden Praxisgespräch Strategien der Sensibilisierungfür eine mehrsprachige Erziehung in Kitas bei Kindern, Eltern und ErzieherInnen zu diskutieren sowie die individuelle und gesellschaftliche Bedeutung der natürlichen Mehrsprachigkeit zu betonen.

Sprachfest 2015

Sprache als Erfahrung – eine Kölner Realität
27. Januar 2015, Historisches Rathaus Köln

Über 180 unterschiedliche Nationalitäten leben in Köln, dies bedeutet auch eine Vielfalt an Sprachen und Kulturen, von der die Stadt profitiert. Dies zeigte sich wieder beim Kölner Sprachfest 2015 mit über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kindergärten, Schulen und Hochschulen, Politik, Behörden und Verwaltungen, öffentlichen und freien Trägern sowie Migrantenselbstorganisationen. Bei diesem Fest, organisiert vom ZMI– Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration, trafen sich diejenigen, die sich in Köln für die Themen Mehrsprachigkeit und Integration engagieren.

Gerade in den vergangenen Monaten sind viele Familien aus europäischen Nachbarländern und aus Krisenländern nach Köln gezogen. Damit wächst auch die Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte in den Bildungseinrichtungen. Sowohl ihre Herkunftssprache als auch ihre Deutschkenntnisse zu stärken, ist eine der Herausforderungen, welchen sich das ZMI stellt.

Sehr beliebt war beim Kölner Sprachfest auch in diesem Jahr der interaktive Markt der Möglichkeiten zur Vielfalt der Bildungsangebote zu Mehrsprachigkeit und Integration in Köln. Ausstellerinnen und Aussteller präsentierten ihre aktuellen Konzepte und Angebote einem interessierten Fachpublikum. Dazu gehörten Konzepte zur Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit in der Primarstufe, Sprachkursangebote der Erwachsenenbildung, Forschung zu Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache, mehrsprachige Kinderliteratur, eine Übersetzungsfirma von Schülerinnen und Schülern und vieles mehr.

Frau Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes betonte in ihrem Grußwort die von Unterschiedlichkeit geprägten Erfahrungen der Kölner Bevölkerung mit der Mehrsprachigkeit. In Beispielen ging sie im Sinne des gewählten Mottos auf die unterschiedlichen Erlebnisse von Menschen mit dem Erlernen, Gebrauch und Wertschätzung ihrer Sprachen ein.

Die renommierte Wissenschaftlerin Prof. Dr. İnci Dirim von der Universität Wien hob in ihrem Vortrag hervor die migrationsbedingte Mehrsprachigkeit sei eine Ressource, die sehr unterschiedlich wahrgenommen und bewertet werde. Sie zeichnete ein Bild der Spannungsverhältnisse nach, in welchen sich Kinder und Jugendliche in Wien aufgrund ihrer Mehrsprachigkeit befinden. Allen Interessierten steht der Vortrag unter ‚Materialien‚ zur Verfügung.

Für die passende Unterhaltung sorgte ein Mitglied der Kölner Rapband Microphone Mafia, das ihre Texte auf Türkisch, Deutsch und in neapoletanischem Dialekt zum Besten gab.

Das diesjährige Kölner Sprachfest war ein voller Erfolg, ein spannender Nachmittag und ein tolles Zeugnis der gelebten Mehrsprachigkeit in Köln.


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