Der Verbund Kölner Europäischer Grundschulen wächst!

Der Verbund Kölner Europäischer Grundschulen wächst!

von Margarita v. Westphalen-Granitzka • Artikel im ZMI Magazin 2013, S. 34

Die Europäische Kommission fordert: Jeder Europäer und jede Europäerin sollte neben der Muttersprache mindestens zwei weitere Fremdsprachen beherrschen. Mit der Einführung des Englischunterrichts in der ersten Klasse kommen alle Grundschulen in Köln einem Teil dieser Forderung nach. Kommt zudem in der Grundschule eine zweite Fremdsprache hinzu, die von einigen Schülerinnen und Schülern zu Hause bereits gesprochen wird, sind die Bedingungen für junge Europäerinnen und Europäer ideal.
In diesem Jahr sind drei neue Schulen in den Verbund Kölner Europäischer Grundschulen aufgenommen worden: die Gemeinschaftsgrundschule Geilenkircher Straße in Braunsfeld, die Katholische Grundschule Trierer Straße in der Altstadt-Süd und die Städtische Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache in der Ossietzkystraße in Köln-Longerich. Anhand dieser drei Schulen kann exemplarisch aufgezeigt werden, wie groß die Vielfalt unter den mittlerweile 13 Europäischen Grundschulen in Köln ist.
Die Gemeinschaftsgrundschule Geilenkircher Straße bietet seit 1985 einen zweisprachigen deutsch-französischen Zweig an. Nach dem Konzept des Bilingualen Lernens wird dabei nicht nur der Unterricht, sondern auch der offene Ganztag zweisprachig ausgerichtet. Die Schule bietet mit ihrem deutsch-französischen Zweig gerade für Kinder, die zuvor bereits einen der deutsch-französischen Kindergärten in Köln besucht haben, ein überzeugendes Angebot. Es werden aber auch Kinder in den bilingualen Zweig aufgenommen, die bisher noch nicht Französisch sprechen.
Die Katholische Grundschule Trierer Straße arbeitet ebenfalls nach dem bilingualen Konzept, allerdings für die Sprachkombination Deutsch-Spanisch. Die Schule im Pantaleonsviertel bietet je eine Regelklasse und eine bilinguale Klasse Deutsch-Spanisch für die Jahrgänge eins bis vier an. Die Katholische Grundschule Trierer Straße zeichnet sich durch ihr konsequent bilinguales Schulkonzept aus, das der sprachlichen und kulturellen Vielfalt der Schüler- und Lehrerschaft eine besondere Bedeutung beimisst.
Mit der Städtischen Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache Ossietzkystraße in Köln-Longerich ist nun die erste Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache in den Verbund aufgenommen worden. Für die Arbeit mit der auch mehrsprachigen Schülerschaft findet das Konzept des Koordinierten Lernens (KOALA) für die Sprachen Deutsch-Türkisch Verwendung. In der Förderschule Ossietzkystraße wird von der ersten bis zur zehnten Klasse unterrichtet und ein offener Ganztag in der Primarstufe angeboten.
Der 2009 ins Leben gerufene Verbund Kölner Europäischer Grundschulen zeichnet sich auch dadurch aus, dass sehr unterschiedliche Schulen daran teilnehmen. Den Kölner Europäischen Grundschulen ist gemeinsam, dass sie mit dem Konzept des Bilingualen Lernens oder des Koordinierten Lernens (KOALA) arbeiten (vgl. dazu das ZMI Magazin 2012, 14f.). Alle Grundschulen im Verbund beziehen demnach neben dem Deutschen systematisch eine weitere Sprache in den Unterricht mit ein. Auf diese Weise können einige Kinder ihre Herkunftssprache im Unterricht vertiefend kennen lernen. Andere Schülerinnen und Schüler erhalten wiederum die Möglichkeit, eine andere für sie neue Sprache zu erleben.
Im Vordergrund der Arbeit der Kölner Europäischen Grundschulen steht dabei die Überzeugung, dass sprachliche Vielfalt einen Wert an sich darstellt. Wir wollen besonders in diesen Schulen ein Bewusstsein für Sprache(n) schaffen und erweitern. Neben dem Deutschen werden weitere Sprachen als Begegnungssprachen in den Unterricht und den darüber hinaus bestehenden Schulalltag integriert.
Die Kölner Europäischen Grundschulen knüpfen mit ihrer Arbeit an der sprachlichen Vielfalt an, die im Leben vieler Schülerinnen und Schüler, aber auch der Lehrerinnen und Lehrer und der anderen an der Schule beteiligten Personen Realität ist. Nicht zuletzt leistet der Verbund durch seine Arbeit einen wichtigen Beitrag zu einer offenen und respektvollen (europäischen) Verständigung.
Es sind 13 Schulen im Verbund Kölner Europäischer Grundschulen organisiert. Wenn Sie Interesse daran haben, dass Ihre Schule Teil des Verbundes wird, wenden Sie sich bitte an das ZMI.

Alle Schulen im Verbund Kölner Europäischer Grundschulen erfüllen neben der systematischen Bezugnahme auf eine weitere Sprache im Unterricht mindestens drei der folgenden Merkmale:

  • Anwendung von Konzepten interkulturellen Lernens
  • mehrsprachige Lehrpersonen im Regelunterricht
  • Einbindung der Lehrpersonen für den Herkunftssprachlichen Unterricht
  • mehrsprachige Elternarbeit
  • Kontakte mit den Herkunftsländern (z.B. durch Schulkooperationen)
  • Einbeziehung mehrerer Unterrichtsfächer
  • Fortbildung der einsprachigen Lehrpersonen in anderen Sprachen
  • Erweiterung der interkulturellen Kompetenzen des Lehrpersonals
  • mehrsprachige Kulturveranstaltungen

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