Plakate von Schülerinnen und Schülern zur Mehrsprachigkeit in Mülheim ausgezeichnet

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“ (Ludwig Wittgenstein) Plakate von Schülerinnen und Schülern zur Mehrsprachigkeit in Mülheim ausgezeichnet

von Francesca Sorrentino • Artikel im ZMI Magazin 2013, S. 32

Genau diese Grenzen gilt es abzubauen, vor allem in einem Stadtteil wie Mülheim, wo Mehrsprachigkeit so sehr gelebt wird. Denn: Wer mehrere Sprachen spricht, ist im Vorteil. Das Mülheimer Bildungsbüro, ein Teil des Stadtentwicklungsprogramms Mülheim 2020, initiierte deshalb einen Plakatwettbewerb, in dem Schülerinnen und Schüler ihre Ideen und Vorstellungen von den Vorteilen der Mehrsprachigkeit aufgreifen und künstlerisch gestalten sollten.
16 Jugendliche des Kunstkurses aus der Oberstufe des Genoveva-Gymnasiums unter der Leitung von Martin Klosterkötter nahmen am Wettbewerb teil. Am 11. Juli 2013 enthüllte Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs im Bezirksrathaus feierlich die drei Siegerplakate. „Mehrsprachigkeit ist ein großer Reichtum, den wir gerade in einem Europa ohne Grenzen sehr hoch einschätzen müssen,“ erklärte Fuchs. Eine Jury unter Leitung des Bezirksbürgermeisters, der u.a. Vertreter des Veedelsbeirates, der Sparkasse KölnBonn und der Mülheimer Künstler Michael Koch angehörten, hatte die Entwürfe von Lisa Hellmich, Kargin Baran und Faisal Faqiri ausgewählt. Alle 16 Entwürfe wurden im Original im Foyer des Bezirksrathauses aufgehängt. Die Siegerplakate wurden gedruckt und in den Filialen der Sparkasse, in Schulen, Apotheken, Buchhandlungen oder Fahrradgeschäften in Mülheim ausgestellt.
Der Plakatwettbewerb gehört zu den Aktivitäten der Initiative „Türkisch an Mülheimer Kitas und Schulen“, die vom Mülheimer Bildungsbüro gegründet worden war. Sie will für Mehrsprachigkeit werben und sich in einem ersten Schritt für Angebote in der zweithäufigsten Mülheimer Sprache Türkisch einsetzen. Interkulturalität und Mehrsprachigkeit sind zwei Stärken, die in vielen Mülheimer Familien vorhanden sind. Dies gilt es als Chance zu erkennen und systematisch zu fördern. Die Vorteile liegen auf der Hand: Angebote zur Mehrsprachigkeit in Kitas und Schulen erleichtern das Erlernen der deutschen Sprache und eröffnen neue Chancen für das Leben in der Einen Welt. Die Initiative wird das Thema weiter verfolgen. Als nächstes ist eine öffentliche Diskussion zwischen Eltern und Schulvertretern geplant, in der über entsprechende Angebote gesprochen werden soll.


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